Bilder aus der Bio-Musterregion Heidenheim plus
Eine Auswahl zugesandter Fotos und Kommentare
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Landwirtschaft ist nicht nur ein Job. Bauer oder Bäuerin sein ist ein Lebensentwurf, für den sich Menschen entscheiden, oft verbunden mit einer familiären Tradition. Das ist wichtig für die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft. Denn wer wir sind und wer wir in Zukunft sein wollen, das sind Fragen, über die Menschen normalerweise nicht in aller Öffentlichkeit diskutieren – und in die sich auch niemand gern reinreden lässt.
„Platz für anderes“ lassen. Rücksicht nehmen auf andere und anderes. Menschen brauchen Lebensmittel, aber sie brauchen auch Naturerleben. Die Erde ist nicht nur Lebensgrundlage für uns Menschen, sondern auch für andere Lebewesen. In der Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft geht es nicht nur um die Nutzung der Natur, sondern auch um ihren Schutz. Solche Rücksichtnahme stellt einen ideellen Wert dar, der auch honoriert werden muss.
Zukunftsfähigkeit erfordert Kreativität und Veränderung. Der Blick zurück allein führt nicht weiter. Innovationen können Belastungen für Böden, Umwelt und Menschen minimieren. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Vorteile, sondern vor allem um langfristige Nutzbarkeit. Das bedeutet Nachhaltigkeit: Heute so zu handeln, dass auch morgen und übermorgen noch Landwirtschaft möglich ist.
Die Sorge ist von Anbeginn eng mit der Landwirtschaft verbunden: Nicht nur der sorgenvolle Blick aufs Wetter oder auf die Märkte. Sondern auch Vorsorge und Fürsorge: Vorsorgend wirtschaften heißt, heute schon an morgen zu denken und den neuen Baum zu pflanzen, bevor der alte gestorben ist. Fürsorge gilt den Pflanzen und Tieren, von denen wir leben, und dem Boden, der uns alle trägt. Und nicht zuletzt steckt ‚Sorge‘ auch in `Versorgung´: Alle Menschen mit allem versorgen, was sie zum Leben brauchen. Und das so, dass es auch in Zukunft noch möglich ist.
Für ein gutes Miteinander braucht es Vertrauen. Wer die Höfe und die dort arbeitenden Menschen kennt, kann der Qualität der Produkte besser vertrauen. Umgekehrt gilt: Wer in der Region gut verwurzelt und vernetzt ist, kann sich auf die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft verlassen. Wie kann das gegenseitige Vertrauen in unserer Region noch weiter gestärkt werden?
Welche Rolle spielen tierische Produkte in der Landwirtschaft der Zukunft? Das ist eine heftig umstrittene Frage. Unstrittig ist: Wenn wir Tiere halten und essen, dann muss es den Tieren möglichst gut gehen. Tierwohl ist ein Wert, den im Prinzip alle anerkennen. Strittig ist aber, was genau das Tier braucht, damit ihm wohl ist – und vor allem wer dafür zahlen soll.
Selbstbestimmt handeln zu können, stellt für alle Beteiligten im Agrarsystem einen hohen Wert dar – in der Erzeugung, Vermarktung, Verarbeitung und im Konsum. Kaum etwas schränkt diese Möglichkeit so sehr ein, wie fehlende ökonomische Ressourcen. Viele beklagen, dass die Warenwerte nicht den wahren Wert von Lebensmitteln widerspiegeln. Wie lassen sich in Zukunft die Handlungsspielräume in Landwirtschaft und Ernährungsweise erweitern?
Die Agrarlandschaft ist nicht nur Produktionsstandort für Lebensmittel und Energie, sondern für viele Menschen zugleich auch Heimat. Menschen wollen hier leben, sich wohlfühlen und Wurzeln schlagen. Heimat ist ein Sehnsuchtsort, hier scheinen die Widersprüche aufgehoben: Nutzen und Schönheit, Produktivität und Lebendigkeit schließen sich nicht aus, sondern werden integriert. Leben und leben lassen.
Natur ist nicht nur Produktionsgrundlage, sie wird auch als eigensinnig, willkürlich und schöpferisch erlebt. Viele messen daher der Natur einen eigenen Wert bei, der unabhängig von ihrem praktischen Nutzen ist. Wie kaum etwas anderes ist die Lebendigkeit der Natur ein Symbol der Hoffnung auf eine (bessere) Zukunft. Möglichst naturnah wünschen sich viele ihre Lebensmittel und deren Herstellung. Allerdings ist Natur nicht immer „gut“ – sie bringt auch Schädlinge und Unwetter hervor.
Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig prägt die Landwirtschaft unsere Landschaft – zum Guten oder zum Schlechten. Für die Mehrheit der Bevölkerung hat die Landschaft vor allem ästhetische Qualität. Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft sind gesetzlich geschützt. Sie zu erleben und zu genießen, ist für viele Menschen der Inbegriff von Erholung.
Aus landwirtschaftlicher Sicht stellt Produktivität einen zentralen Wert dar. Sie zu steigern, war lange ein Ziel jeder Innovation. Heute geht es zudem darum, die Produktivität dauerhaft zu sichern. Auch andere Produkte geraten in den Blick. Landwirtschaft erzeugt nicht nur Nahrung, sondern auch Energie, Rohstoffe für die Industrie oder biologische Vielfalt.
Biodiversität bedeutet: die Vielfalt des Lebendigen. Sie stellt einen hohen Wert dar. In den letzten Jahrhunderten haben Menschen durch Züchtung diese natürliche Vielfalt noch weiter steigern können. Heute ist die Biodiversität in der Natur und auf den Feldern bedroht. Deswegen hat sich die Weltgemeinschaft schon vor vielen Jahren zum erklärten Ziel gesetzt, die biologische Vielfalt zu bewahren und zu fördern. Wie kann dieses globale Ziel in unserer Region noch besser unterstützt werden?
Sehr schöne Fotos, die zum Nachdenken anregen. Besonders gut gefallen mir „Freilaufende Bio-Hühner“ und „bei der Weizenernte“
Tolle Bilder, die Lust auf mehr Infos zum Thema machen.
Mich sprechen die Bilder vom Werden und Vergehen und Rücksichtsnahme sehr an. Wir müssen die Interessen von Mensch und Natur in Einklang bringen.